Arbeitsrecht

Wann bekomme ich eine Abfindung?

Abfindungen in Millionenhöhe – dieses fast schon geflügelte Wort geistert immer dann durch die Medien, wenn zum Beispiel ein Top-Manager oder ein Fußball-Trainer gehen müssen. Doch wie sieht das bei Angestellten mit Normalverdienst aus? Eine Abfindung ist eine Art Entschädigungszahlung an den Arbeitnehmer für den Verlust des Arbeitsplatzes, die mit dem Ende eines Beschäftigungsverhältnisses verbunden ist, wenn der Arbeitgeber kündigt.

Klar ist: Nicht immer gibt es nach einer Kündigung einen Anspruch auf eine Abfindung. Das deutsche Arbeitsrecht sieht eine Abfindung nur in Ausnahmefällen vor, weil das Ziel des Kündigungsschutz-Prozesses eigentlich die Rückkehr des Mitarbeiters an seinen Arbeitsplatz ist. Die Realität indes sieht meist anders aus: Um langwierige und unter Umständen den Ruf des Unternehmens beeinflussende Gerichtsverfahren in Streitigkeiten mit Mitarbeitern zu vermeiden, ist der Arbeitgeber häufig bereit, Abfindungen zu leisten – auch wenn es keinen grundsätzlichen Anspruch darauf gibt. Unsere Anwälte in der Kanzlei Hafen-Kemptner-Stiefvater, die Arbeitnehmer aus der mittelbadischen Region Bühl, Baden-Baden, Rastatt und Achern in Fragen des Arbeitsrechts beraten und vertreten, wissen: Eine Einzelfallprüfung kann sich lohnen, wenn eine Kündigung im Raum steht.

Die Höhe der Abfindung ist von verschiedenen Kriterien abhängig. Es gibt zwar die sogenannte Faustformel, nach der sich die Höhe nach der Rechnung „halbes Bruttomonatsgehalt mal Beschäftigungsjahre“ ergibt. Diese Formel jedoch ist keinesfalls in Stein gemeißelt. Denn bei den Verhandlungen kommt es vor allem auf Geschick, auf das rechtliche Hintergrundwissen des Anwalts und auf die passende Strategie an – und die ist bei jeder Kündigung eine andere und kann nicht mit pauschalen Rezepten angegangen werden. Egal was der vermeintliche Grund einer Kündigung sein mag – Arbeitnehmer, die ihre rechtliche Situation kennen und die anwaltlich gut vertreten sind, können im Falle einer Kündigung mehr herausholen und stellen sich in den Verhandlungen über einen entsprechenden Vergleich oder Aufhebungsvertrag oftmals besser. Ein Beispiel: Wussten Sie schon, dass längst nicht jeder Vorgesetzte oder Geschäftsführer in einem Unternehmen berechtigt ist, eine Kündigung auszusprechen? Was bedeutet das für Sie als Arbeitnehmer? Wenn Sie eine Kündigung zurückweisen können, erhöhen Sie Ihre Chancen, sich mit der Kündigung finanziell besser zu stellen. Entscheidend ist aber der Zeitpunkt der Zurückweisung. Hier sollten Sie sich anwaltlich beraten und helfen lassen. Denn: Es gibt eine Vielzahl von formalen Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit eine Kündigung nicht vor vorneherein unwirksam ist.

Steht eine Kündigung im Raum, lassen sich Arbeitgeber in den meisten Fällen auf Verhandlungen über einen Auflösungsvertrag bzw. im gerichtlichen Verfahren auf einen Vergleich ein. Und das hat einen guten Grund. Denn vor Gericht kann es in einem arbeitsgerichtlichen Verfahren durchaus dazu kommen, dass dem Arbeitsgericht die Gründe für eine Kündigung nicht ausreichen oder nicht ausreichend mit Fakten bewiesen wurden. Die Folgen für die Arbeitgeber können dann überaus unangenehmen sein: Sie müssen die Kündigung zurücknehmen, den Arbeitnehmer, den sie gerne losgeworden wären, weiterbeschäftigen und zudem noch den ausgefallenen Lohn ersetzen – ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko. Meist stehen deshalb die Chancen gut, mit dem Arbeitgeber über eine Abfindung zu verhandeln. Die Anwälte für Arbeitsrecht in unseren Standorten in Baden-Baden und Bühl sichern Ihnen dabei im Übrigen auch weitere Nebenansprüche wie Urlaub, Zeugnis, Freistellung oder die Frage nach der Arbeitsleistung bis zum Ende der Kündigungsfrist.

Wichtig für Arbeitnehmer im Falle einer Kündigung ist es, sich sofort anwaltliche Beratung zu sichern. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber schon einen Abwicklungsvertrag mit Abfindung angeboten hat. Die Arbeitsrechtler der Kanzlei Hafen-Kemptner-Stiefvater überprüfen zunächst, aus welchen Gründen genau eine Kündigung erfolgt ist und ob das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist. Das ist bei einer Beschäftigung von mehr als sechs Monaten und bei mehr als zehn Mitarbeitern im Unternehmen der Fall. Gut beraten sind Sie als Arbeitnehmer dann, wenn Sie all Ihre Rechte kennen und mit unserer Hilfe auch durchsetzen. Wie eine Art „Trennungsmanager“ regelt der Anwalt mit dem Arbeitgeber den reibungslosen Ausstieg aus dem Unternehmen, der zugleich eine gute Grundlage für einen beruflichen Neuanfang sein kann.

Bild: © fotodo – Fotolia.com

Weitere Themen aus dem Bereich Arbeitsrecht & Abfindung